Das Risiko steigt mit zunehmender Erkrankungsdauer und beträgt nach 20 Jahren Diabetesdauer Typ 1 bis zu 95%, bei Typ 2 bis zu 60%. Bei fast 35% der Typ 2 Diabetiker liegen zum Zeitpunkt der Diagnosestellung des Diabetes bereits Netzhautveränderungen vor.


Die diabetische Retinopathie tritt in folgenden Schweregraden auftreten:

  • Nicht proliferative Retinopathie:
    Diese leichtere Form der diabetischen Retinopathie entsteht durch die zunehmende Einlagerung von Fett- und Eiweißmolekülen in die Netzhaut. Bei einem milden Verlauf der nicht proliferativen Retinopathie muss das Sehvermögen nicht beeinträchtigt sein.
  • Proliferative Retinopathie:
    Bleibt eine leichte Form der Retinopathie unbehandelt, kann der Degenerations-Prozess jedoch fortschreiten und Durchblutungsstörungen in der Netzhaut verursachen. Dies provoziert die Wucherung krankhafter Blutgefäße, die auch in den Glaskörper eindringen können. Das Risiko zu Einblutungen in den Glaskörper erhöht sich so drastisch. Treten diese dann auf, verschlechtert sich das Sehvermögen merklich und plötzlich. Vernarben und schrumpfen diese Gefäßbäume, kann sich die Netzhaut in einem späteren Stadium schließlich ablösen, was zur Erblindung oder sogar zum Verlust des Auges führen kann.
  • Diabetische Makulopathie:
    Treten die beschriebenen Degenerationen an der Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhaut auf (Makula), spricht man von einer Makulopathie. Fortgeschritten führt sie zum Verlust der zentralen Sehschärfe und folglich häufig auch zum Verlust des Lesevermögens und der Fahrtüchtigkeit. Auch hier gilt: je länger der Diabetes besteht, umso höher die Wahrscheinlichkeit, an einer Makulopathie zu erkranken.

Netzhauterkrankungen verlaufen schmerzfrei, sodass es keine frühen schmerzhaften Warnsignale gibt. Aus diesem Grund sollten Veränderungen am Auge und in der Sehstärke sehr aufmerksam beobachtet und fortwährend im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen kontrolliert werden.